Händehygiene-Forum
Veranstaltungen

Händehygiene-Forum 2026: Fachlicher Austausch im Campus von OPHARDT

Am 20. Mai 2026 fand im Compliance Campus von OPHARDT Hygiene das erste Händehygiene-Forum statt. Rund 30 Fachexpertinnen und Fachexperten aus der Krankenhaushygiene kamen in Issum zusammen, um sich über aktuelle Herausforderungen, Entwicklungen und digitale Lösungen im Bereich der Händehygiene im Gesundheitswesen auszutauschen.

Mit dem neuen Veranstaltungsformat möchten wir als OPHARDT Hygiene den fachlichen Dialog rund um die Händehygiene weiter fördern. Denn Händehygiene bleibt eine der zentralen Maßnahmen zur Prävention von Infektionen im Gesundheitswesen. Gleichzeitig verändern sich die Rahmenbedingungen: regulatorische Anforderungen, bauliche Herausforderungen, digitale Technologien und die Frage, wie hygienerelevantes Verhalten im klinischen Alltag nachhaltig verbessert werden kann.

Im Mittelpunkt des Händehygiene-Forums standen vier Fachvorträge namhafter Referentinnen und Referenten sowie der persönliche Austausch zwischen den Teilnehmenden.

Nach der Eröffnung durch Moderator Markus Theißen, der die Bedeutung der Händehygiene für die Patientensicherheit einordnete und einen Blick auf die Entwicklung wissenschaftlicher Arbeiten rund um das Thema warf, startete das Vortragsprogramm.

Den Auftakt machte Prof. Dr. Nico Mutters vom Universitätsklinikum Bonn. Als Direktor des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit sprach er über aktuelle Herausforderungen in der Hygiene. Dabei wurde deutlich: Die Krankenhaushygiene verfügt über viel Fachwissen, zahlreiche engagierte Akteurinnen und Akteure sowie eine hohe praktische Relevanz. Gleichzeitig braucht das Thema auch in der politischen und öffentlichen Wahrnehmung weiterhin eine starke, gemeinsame Stimme.

Im Anschluss nahm Dr. Andreas Christian Schröder vom Ortenau Klinikum Privat- und Wahlleistungsstationen aus hygienischer Sicht in den Blick. Als Leiter der Klinikhygiene und stellvertretender Leiter der Sektion Krankenhausbau und Raumlufttechnik brachte er umfassende Expertise in das Thema ein. Sein Vortrag zeigte unter anderem, wie wichtig eine konsequent mitgedachte Händehygiene bereits in der baulichen Planung ist. Händedesinfektionsmittelspender müssen dort verfügbar sein, wo sie im Arbeitsalltag gebraucht werden: sichtbar, gut erreichbar und einfach zugänglich. Gestaltung und Funktion dürfen dabei nicht im Widerspruch stehen.

Händehygiene-Forum 2026 nahm auch digitale Spendersysteme in den Fokus

Nach der Pause erhielten die Teilnehmenden bei einer Führung über unseren Campus und durch das integrierte Mini-Krankenhaus einen Einblick in unsere Schulungs- und Demonstrationsmöglichkeiten. Anschließend ging es in einen besonders zukunftsorientierten Themenblock: digitale Händehygiene.

Dr. Ulrike Niedermüller vom Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried berichtete von ihren Erfahrungen mit einem digitalen Händehygiene-Monitoring-System. Als leitende Krankenhaushygienikerin nutzt sie seit 2023 das System Kanary zur Analyse der Händehygiene. Besonders interessant war dabei die Entwicklung auf den Stationen, die mit smarten Händedesinfektionsmittelspendern ausgestattet wurden. Dort stieg nahezu überall die Anzahl der Händedesinfektionen pro Patiententag. Der Vortrag machte deutlich, dass kontinuierliches Feedback zur Händehygiene im klinischen Alltag messbare Veränderungen unterstützen kann.

Zum Abschluss stellte Dr. Andreas Glöckner eine Untersuchung aus einer Zahnarztpraxis vor. Dort wurden smarte Händedesinfektionsmittelspender mit Feedback-LED sowie ein Händehygiene-Feedback-Screen im Aufenthaltsraum installiert. Das Ergebnis war bemerkenswert: Die durchschnittliche Entnahmemenge pro Händedesinfektion konnte um mehr als 50 Prozent gesteigert werden. Damit rückte neben der reinen Anzahl der Händedesinfektionen auch ein qualitativer Aspekt in den Fokus: Wird ausreichend Desinfektionsmittel verwendet, um eine wirksame Händedesinfektion zu ermöglichen?

Für uns als OPHARDT Hygiene zeigte das erste Händehygiene-Forum einmal mehr, wie wichtig der Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis und Industrie ist. Gute Händehygiene entsteht nicht allein durch Produkte oder Systeme. Sie braucht Fachwissen, geeignete Rahmenbedingungen, praxistaugliche Lösungen und Menschen, die das Thema im Alltag konsequent voranbringen.

Wir blicken auf eine gelungene Veranstaltung und einen wertvollen fachlichen Austausch zurück. Unser Dank gilt allen Referentinnen und Referenten sowie allen Teilnehmenden, die das erste Händehygiene-Forum mit ihren Perspektiven, Erfahrungen und Fragen bereichert haben.

Schon jetzt freuen wir uns auf die Fortsetzung des Händehygiene-Forums.

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