Abtropfschale für Händedesinfektionsmittelspender
Forschung und Wissenschaft

Warum Abtropfschalen für Desinfektionsmittelspender so wichtig sind

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV) fordert von Krankenhäusern und Kliniken besondere Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten mit Desinfektionsmitteln. Dazu zählt unter anderem auch der Einsatz von Abtropfschalen an Händedesinfektionsmittelspendern.

Die DGUV Information 207-206

Vielen ist die DGUV Information 207-206 vielleicht nicht im Detail bekannt. Das Dokument beschreibt wesentliche Empfehlungen und bewährte Schutzmaßnahmen für den Umgang mit Desinfektionsmitteln im Gesundheitswesen. Außerdem unterstützt es Einrichtungen bei der Gefährdungsbeurteilung.

Ein wichtiger Aspekt in dem mehr als 100 Seiten umfassenden Dokument ist auch der Einsatz von Händedesinfektionsmittelspendern. Konkret heißt es auf Seite 49 im Kapitel 4.2 „Händedesinfektion“:

„Pumpenspender für Desinfektionsmittel mit Auffangschale verwenden, damit kein Desinfektionsmittel auf den Boden tropft.“

Der Grund für diese Forderung ist naheliegend: Bei der hygienischen Händedesinfektion werden in der Regel etwa drei Milliliter Händedesinfektionsmittel entnommen. Im hektischen Krankenhausalltag kann jedoch schnell ein Teil davon auf den Boden gelangen, etwa wenn zu viel Mittel entnommen oder die Hand zu früh weggezogen wird. Herabtropfendes Händedesinfektionsmittel kann auf Böden in medizinischen Einrichtungen eine ernstzunehmende Rutschgefahr darstellen. Dazu gibt es sowohl national als auch international bekannte Fälle. So berichtete beispielsweise die Pennsylvania Patient Safety Authority über Patienten, der auf Händedesinfektionsmittel ausgerutscht ist und sich verletzte [1].

Abtropfschalen für Händedesinfektionsmittelspender.
ingo-man Eurospender mit Abtropfschale.

Die Anbringung von Abtropfschalen ist daher ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit von Patienten, Personal und Besuchern. Zusätzlich ist zu beachten: Wird den Empfehlungen der DGUV 207-206 nicht gefolgt, sollten gleichwertige Schutzmaßnahmen getroffen werden. Im konkreten Fall von Abtropfschalen sind bei Händedesinfektionsmittelspendern allerdings kaum praktikable Alternativen bekannt. Im Schadensfall kann dies auch haftungs- oder versicherungsrechtliche Fragen nach sich ziehen.

Wieso Abtropfschalen für Händedesinfektionsmittelspender noch sinnvoll ist

Neben der Reduzierung von Rutschgefahren gibt es weitere gute Gründe für den Einsatz von Abtropfschalen. Sie helfen dabei, unnötige Verluste von Händedesinfektionsmittel zu vermeiden, und sorgen für einen sauberen, gepflegten Eindruck rund um den Spender. Gerade in sensiblen Bereichen des Gesundheitswesens spielt auch die optische Wirkung eine Rolle.

Langfristig können Abtropfschalen außerdem dazu beitragen, Materialschäden an Fußböden zu vermeiden. Denn regelmäßig herabtropfendes Desinfektionsmittel kann Oberflächen belasten und im Laufe der Zeit Schäden verursachen, die einen Austausch oder eine Instandsetzung erforderlich machen.


Quelle:

[1] Pennsylvania Patient Safety Authority unter patientsafety.pa.gov/ADVISORIES/Pages/201103_12.

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