Hermann Ophardt, the founder of OPHARDT Hygiene
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Hermann Ophardt, 1935-2026

Hermann Ophardt ist am 5. Mai 2026 verstorben. Dies ist sein Nachruf, verfasst von Heiner Ophardt, seinem Sohn und Nachfolger als CEO von OPHARDT Hygiene.

Hermann Ophardt wurde am 1. Januar 1935 als Erstgeborener von Heinrich und Margareta und deren acht Kindern geboren. Ab seinem sechsten Lebensjahr lebte er bei zwei Tanten und einem Onkel. Ihr kleiner, familiengeführter Lebensmittelladen stand im Mittelpunkt ihres Alltags. Wenn sie nicht im Laden arbeiteten, kümmerten sich Hermann und seine Tanten auch um ihren Bruder, der durch die Spanische Grippe gelähmt war.

Hermann in frühen Jahren.

Hermann startete seine Schulzeit in einer einklassigen Dorfschule, bevor es für ihn auf die Realschule ging. Naturwissenschaften und Sprachen öffneten ihm die Tür zu einer neuen Welt. Und die wollte er sehen: Mit dem Fahrrad fuhr er als Teenager mit seinem Bruder und einem Freund nicht nur durch den Teutoburger Wald, sondern auch bis nach Paris und sogar nach Schottland.

Das Dorfleben und die reformierte Kirche in Hoerstgen prägten ihn stark. Drei Jahre Konfirmationsunterricht – Lieder, Bibelverse, Katechismus – lernen gehörten genauso dazu wie der Posaunenchor und sein Engagement als Leiter einer Sonntagsschulklasse.

Nach der Schule machte Hermann eine verkürzte Lehre als Maschinenschlosser bei Krupp in Rheinhausen. Danach folgte ein Vorstudium und schließlich das Schiffbaustudium in Duisburg, das er 1958 abschloss. Zwei Jahre später wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit – und im selben Jahr heiratete er Elisabeth. Sie war drei Jahre älter, lebenserfahren und, wie Hermann oft sagte, diejenige, die ihn vor mancher Dummheit bewahrte. Gemeinsam meisterten sie die finanziell schwierigen Jahre der Selbstständigkeit und bauten auf den Stärken des jeweils anderen. In dieser Zeit gründeten sie auch ihre Familie: zwei Söhne, Heiner und Thomas. Inzwischen umfasst die Familie sieben Enkel und acht Urenkel.

Trotz seiner kirchlichen Prägung fand Hermann erst in dieser Zeit wirklich zu einer tiefen Beziehung zu Gott. Das Buch “Vom Beten” von Ole Hallesby wurde für ihn ein Augenöffner. Hallesbys Gedanke, dass Gebet nicht dazu da ist, Gott von unseren Wünschen zu überzeugen, sondern Ihm die Tür in unsere Not zu öffnen, begleitete Hermann sein Leben lang.

So kannten wir ihn: als leidenschaftlichen Ingenieur – und als Mann, der eine Bibel stets bei sich trug.

Das Urmodell des ingo-man. (1967)

Beruflich entwickelte sich sein Unternehmen stetig weiter: von der Belüftung landwirtschaftlicher Ställe hin zu einem Entwicklungsbüro und schließlich zu einem Hersteller eigener Produkte. Der große Durchbruch kam mit dem ingo-man, einem Händedeesinfektionsmittelspender mit standardisierter Flasche. Ein Meilenstein, der durch die Zusammenarbeit mit Prof. Daschner aus Freiburg und Henkel in Düsseldorf weiter an Bedeutung gewann. In den 80er Jahren wird für die Firma Stockhausen eine innovative Weichflasche und eine Einwegpumpe für reibmittelhaltige Handreiniger entwickelt.

Das Unternehmen wuchs: neue Standorte in Berlin, Belgien, Irland, Kanada und der Schweiz. Auch in den USA lief das Geschäft gut. Ende der 80er Jahre wird für die Firma Zep aus Atlanta eine langlebige Edelstahlpumpe für Handreiniger gefertigt. 

Reflexion der Enkel auf den Großvater:

Was Hermanns Erfolg möglich machte, war nie eine einzelne Begabung, sondern die seltene Verbindung vieler Stärken, die zusammenwirkten. Aus seiner Kindheit im familiengeführten Tante-Emma-Laden nahm er ein natürliches Gespür für den Kunden. Zugleich blieb er vor allem eines: Ingenieur und Problemlöser — oft mehr auf Funktion, Langlebigkeit und Qualität bedacht als auf äußere Erscheinung oder Preis. Gerade dieser kompromisslose Anspruch schuf eine tiefe Kundentreue. Doch Hermann baute sein Lebenswerk nicht allein. Elisabeth war seine unverzichtbare Partnerin: Gemeinsam waren sie eine Kraft. Sie kümmerte sich um die Finanzen,  und die menschliche Seite des Unternehmens; er prägte die Fertigung , die Produktentwicklung und die Kundenbeziehungen. Später übernahm sein Sohn Heiner den Staffelstab, baute das Unternehmen international aus und führte den Geist der Entwicklung und Innovation fort. Hermanns Führungsstil war direkt und detailgenau, aber zugleich von Mitgefühl geprägt. Wenn er einem Menschen vertraute, dann tat er es ganz — und dieses Vertrauen ließ andere wachsen.

Hermann im Jahr 2018.

Und vielleicht bleibt am Ende von Hermanns Leben ein Bild besonders passend: das Apfelbäumchen, von dem er so oft gesprochen hat, nach dem Martin Luther zugeschriebenen Wort: „Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch mein Apfelbäumchen pflanzen.“ Hermann lebte aus genau dieser nach vorn gerichteten Hoffnung. Er baute, pflanzte, entwickelte und investierte — nicht nur in Produkte und Unternehmen, sondern in Menschen, Familie, Mitarbeiter und kommende Generationen. Das „Apfelbäumchen“, das er hinterlässt, ist sichtbar in dem Werk, das weitergeführt wird, in der Familie, die seinen Namen und seine Werte trägt, und in den vielen Leben, die durch sein Vertrauen, seinen Mut und seine Ausdauer geprägt wurden. Sein irdisches Leben ist zu Ende gegangen, doch was er gesät hat, wird weiterhin Früchte tragen.

Hermann lebte, wie er arbeitete: authentisch, zielstrebig und mit Blick nach vorn. Sein Konfirmationsspruch von 1949 passt zu ihm:

„Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt zum Reiche Gottes.“

Und so erinnert uns sein Leben daran, dass wir durch Arbeit, Fehler und Herausforderungen wachsen – immer mit dem Blick nach vorn und mit dem Verständnis der Endlichkeit auf dieser Erde.

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