Forschung und Wissenschaft

Knackt den Mythos „Hygiene-Hypothese“

Hängt der Anstieg von Allergien in der Gesellschaft direkt mit gesteigerter Hygiene zusammen?

Dies war die Idee hinter der mittlerweile berühmten Hygiene-Hypothese, die der Epidemiologe David Strachan schon 1989 aufstellte.

Strachan stellte durch eine Beobachtung von 17.000 britischen Kindern fest, dass die mit mehreren Geschwistern weniger anfällig für Ekzeme und Hut-Fieber waren. Er folgerte daraus, dass Kinder großer Familien mehr Bakterien ausgesetzt waren, was wiederum das Immunsystem stärkte. Eine fünffache Prävalenz von Allergien in der westlichen Gesellschaft im Vergleich zu den Entwicklungsländern stärkte diese Hypothese in den Medien und der medizinischen Fachwelt.

Die Menschen vermuteten fälschlicherweise, dass die Sauberkeit reduziert werden müsse, um ein gesünderes Leben zu führen. Sie lasen aus Strachan’s Hypothese, dass die durch moderne Hygienepraktiken verminderten Infektionen zu Lasten der allgemeinen menschlichen Gesundheit und Widerstandsfähigkeit gingen.

Seitdem haben mehrere Studien gezeigt, dass sich für Kinder eine positive Keimbelastung und eine gute Hygiene nicht ausschließen. Beides spielt eine wichtige Rolle für die menschliche Gesundheit.

Die Wissenschaft

Eine Überprüfung der Hypothese im Jahr 2016 kam zu dem Schluss, dass „die öffentliche Meinung, Zwangshygiene sei die Ursache für den Anstieg der Allergien, nicht mehr unterstützt wird“. 1

Die Studie unterstützt stattdessen Graham Rook’s Hypothese der „alten Freunde“. Diese Theorie von 2003 sagt, dass unser Immunsystem durch freundliche Mikroben, denen wir in unserer frühen Kindheit ausgesetzt waren,  trainiert wurde und sich positiv in unser Mikrobiom integriert hat. Gerade diesen Mikroben wollen wir stärker ausgesetzt sein und gleichzeitig schädliche Krankheitserreger vermeiden. Durch Veränderung unseres Lebensstils – wie z.B. der Umzug von der ländlichen zur städtischen Gesellschaft – ist unsere Belastung durch alte Freunde unabhängig vom Hygieneverhalten gesunken. Es wurde festgestellt, dass der übermäßige Gebrauch von Antibiotika und eine veränderte Ernährung die Hauptakteure bei der Zerstörung der Beziehung zwischen freundlichen Mikroben und unserem Mikrobiom sind. 1

Anders als bei Antibiotika und der Ernährung zeigte sich, dass eine bessere allgemeine Hygiene fast völlig unabhängig von der Verschlechterung des Mikrobioms ist. 1 Dies ist vor allem auf ausreichende mikrobielle Interaktionen über die Atemwege zurückzuführen.

Im Gegensatz zu der Vorstellung, dass weniger Infektionen zu mehr Immunstörungen führt, zeigte eine Studie aus dem Jahr 2004 auch, dass eine Reihe von Atemwegserkrankungen, einschließlich Masern, die bei Kindern auftreten, mit einem erhöhten Risiko für Allergien nach einer Infektion verbunden sind. 2

Wodurch treten Allergien auf?

Das Ergründen von Allergien ist noch im Gange, aber es wurden eine Reihe von Faktoren identifiziert, die das Mikrobiom unterstützen würden. Wie bereits erwähnt, ist die Vermeidung von Antibiotika ein entscheidender Schritt zur Sicherstellung der Darmgesundheit, was nachweislich die Wahrscheinlichkeit von Allergien reduziert. Darüber hinaus hat eine ausgewogene Ernährung und der Verzehr von Lebensmitteln, die die Darmgesundheit fördern, einen positiven Einfluss auf Ihr Mikrobiom.1

Der Kontakt mit anderen Kindern in der frühen Kindheit wird als entscheidend für den Austausch von freundlichen Mikroben angesehen. Das Spielen draußen in der Natur, wird dringend empfohlen. Der Bericht hebt auch eine Vielzahl wissenschaftlicher Untersuchungen hervor, die sich für eine natürliche Geburt einsetzen. Ein entscheidender Schritt bei der Gestaltung eines gesunden Mikrobioms.1

Darüber hinaus sind weitere Untersuchungen über die Auswirkungen der häufigen Allergenbelastung, der Genetik und der Umweltverschmutzung erforderlich.1

Krankheitserreger im Visier

Bis 2050, so wird geschätzt, wird die Antibiotikaresistenz (AMR) mit mehr als 10 Millionen Todesfällen pro Jahr die häufigste Todesursache sein. Die AMR ist etwas, das wir aktiv bekämpfen können, indem wir Infektionen vorbeugen, bevor sie mit Antibiotika behandelt werden müssen. Der beste Weg, Infektionen zu verhindern, ist eine gute Hygiene.

Studien haben auch gezeigt, dass eine Verbesserung der Handhygiene Magen-Darm-Erkrankungen um 31% und Atemwegserkrankungen um 21% reduzieren konnte. 1 Wir wissen auch, dass bis zu 80% der erworbenen Infektionen durch Hände übertragen werden. Das International Scientific Forum on Home Hygiene fördert „Gezielte Hygiene“ als beste Methode, um festzustellen, wann Hygiene erforderlich ist. Der Ansatz untersucht Quellen von Krankheitserregern, Übertragungswege, kritische Kontrollpunkte und geeignete Maßnahmen, um festzustellen, welche Vorgehensweise die beste ist. Gezielte Hygiene steht für das Konzept, Infektionsketten zu unterbrechen. Hände, Handkontaktflächen, Lebensmittelkontaktflächen und Reinigungsutensilien haben demnach das höchste Übertragungsrisiko. Da potenziell schädliche Mikroben im Haus unvermeidlich sind, bedeutet dies, dass der Weg, sich vor einer Infektion zu schützen, darin besteht, diese kritischen Momente zu stoppen, wie in Abb. 1.3 dargestellt.

Hier bei OPHARDT Hygiene ist „Breaking the Chain of Infection“ unsere Mission. Wir bieten eine Vielzahl von Spenderlösungen, IOT-Lösungen und Zubehör an, um Infektionen im Gesundheitswesen, in öffentlichen Räumen und in Ihrem Zuhause zu vermeiden. Besuchen Sie unsere Website und finden Sie heraus, welche Produkte Ihnen helfen können, ein gesünderes Leben zu führen.

Quellen:

  1. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS)
  2. National Center for Biotechnology Information
  3. Royal Society for Public Health

Add Comment

Click here to post a comment