Hygiene im Rettungsdienst mit ingo-man
Die Händehygiene nimmt auch im Rettungsdienst eine Schlüsselrolle bei der Infektionsprävention ein.
Forschung und Wissenschaft

Wie steht es um die Hygiene im Rettungsdienst während Corona?

Eine bundesweite Umfrage unterstreicht: Die Hygiene im Rettungsdienst genießt während der COVID-19-Pandemie einen hohen Stellenwert.

Die COVID-19-Pandemie belastet die Gesundheitssysteme weltweit enorm. Auch der Rettungsdienst gerät durch die Pandemie an seine Grenzen. Ein Grund: Der Mehraufwand an zeitintensiven Maßnahmen wie der zusätzlichen Desinfektion der Einsatzfahrzeuge. Und auch das Tragen der Schutzkleidung führt zu zusätzlichen   Strapazen beim Rettungsfachpersonal. 

Eine Arbeit vom Team der Arbeitsmedizin der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg unterstreicht die zunehmende Belastung im Rettungsdienst infolge der COVID-19-Pandemie. [1] So geben über 87 Prozent der Befragten in der Studie an, dass ihr „tägliches Leben aufgrund der Corona-Pandemie belastender geworden ist“.

Hygiene im Rettungsdienst und Corona

Dass die Maßnahmen zur Infektionsprävention unerlässlich sind, zeigt sich in den Charakteristika des Virus, das den Namen Severe acute respiratory syndrome coronavirus type2 (SARS-CoV-2) trägt. Neben dem Hauptübertragungsweg durch Tröpfchen und Aerosole spielen auch Schmierinfektionen eine Rolle [2]. Japanische Forscher fanden hierzu heraus, dass das Coronavirus eine bis zu viermal längere Überlebenszeit auf der menschlichen Haut aufweist als das Influenza A Virus, das vor allem in der Grippesaison von Bedeutung ist. [3]

Insofern sind die praktizierten AHA-Regeln – also Abstand halten, Händehygiene und Alltagsmaske – unerlässlich, um Infektionen mit dem Coronavirus und auch anderen Erregern zu vermeiden.

AHA-Regeln im Rettungsdienst

Neben den AHA-Regeln kommt als Infektionsschutz im Rettungsdienst – wie eingangs erwähnt – zusätzlich das Anlegen der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) hinzu. Wie gut die Akzeptanz und Compliance dieser Maßnahmen während der COVID-19-Pandemie im Rettungsdienst waren, haben Forscher unterschiedlicher Kliniken aus Nordrhein-Westfalen genauer unter die Lupe genommen.

Dazu entwickelten die Wissenschaftler einen standardisierten Fragebogen und informierten mehr als 270 ärztliche Leiter im Rettungsdienst über die Durchführung der Umfrage. Nach der Verteilung des Online-Links an die Rettungswachen folgten in Summe 1.295 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus dem Rettungsdienst dem Aufruf, an der Studie teilzunehmen.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Akzeptanz und Compliance der AHA-Regeln – inklusive der Händehygiene – während der Corona-Pandemie im Rettungsdienst hoch eingestuft werden. Mit einem Mittelwert von 4,51 auf der 5-Punkt-Likert-Skala (1=trifft nicht zu, 5=trifft voll zu) schnitt die Akzeptanz etwas höher ab als die Compliance mit einem Mittelwert von 4,47.

Händedesinfektionsmittelspender im Rettungsdienst wichtig

Hygiene im Rettugnsdienst mit ingo-man
Der ingo-man smart

Die Autoren der Studie unterstreichen, dass die Händehygiene trotz der positiven Umfrageergebnisse weiter gezielt verbessert werden muss, um die Infektionsschutzstandards auf hohem Niveau zu etablieren. Dazu zählt auch die Verbesserung der Hygieneinfrastruktur – speziell denken wir hier an die Installation weiterer Händedesinfektionsmittelspender im Rettungsdienst.

Dass der Zugang zu Händedesinfektionsmittelspendern allerdings nicht immer gegeben ist und ein häufig genannter Hinderungsgrund ist, weshalb eine Händedesinfektion nicht durchgeführt wird, stellt eine australische Studie zur Hygiene im Rettungsdienst fest. [4] 


Studie:

Nohl, André, et al. „COVID-19: Akzeptanz und Compliance von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) und AHA-L-Regeln (Abstands-und Hygieneregeln) im deutschen Rettungsdienst–eine bundesweite Umfrage.“ Notfall+ Rettungsmedizin (2021): 1-8.


Quellen:

[1] Schumann H (2021). Belastungserleben im Rettungsdienst während der Corona-Pandemie-Welle. Stump und Kossendey Verlag.

[2] van Doremalen N, Bushmaker T, Morris DH, Holbrook MG, Gamble A, Williamson BN et al (2020)Aerosol andsurface stabilityof SARS-CoV-2 as compared with SARS-CoV-1. N Engl J Med 382(16):1564–1567

[3] HiroseR, IkegayaH,NaitoY,WatanabeN,YoshidaT, Bandou R et al (2020) Survival of severe acute respiratory syndrome Coronavirus 2 (SARS-CoV-2) and influenza virus on human skin: importance of handhygiene inCoronavirus disease2019(COVID- 19). Clin Infect Dis

[4] Barr, N. et al. Self-reported behaviors and perceptions of Australian paramedics in relation to hand hygiene and gloving practices in paramedic-led health care. Am J Infect Control, 2017, 45/7,771-778.

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